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Mr. May Und Das Flüstern Der Ewigkeit

Mr. May Und Das Flüstern Der  Ewigkeit

Uberto Pasolinis zweite Regiearbeit Mr May Und Das Flüstern Der Ewigkeit handelt von einem Mann, der sein Leben den vereinsamt Verstorbenen widmet, obwohl oder gerade weil er selbst niemanden hat.

John May (Eddie Marsan) arbeitet als sogenannter Funeral Officer für die Londoner Stadtverwaltung. Seine Aufgabe besteht darin sich um die Beisetzung derjenigen zu kümmern, die komplett alleine gestorben sind und Angehörige zu finden, wo (meistens) keine sind. In einem Job, der die meisten Menschen wahrscheinlich zu Tode depremieren würde, blüht John auf. Mit Hingabe wählt er Musik für die Beerdigungen aus, verfasst herzergreifende Grabreden anhand von Indizien, die er in den Wohnungen seiner “Klienten” gefunden hat und sammelt die Fotos der Toten, damit zumindest einer sich an sie erinnert. Abgesehen von seiner Arbeit ist Johns Leben jedoch recht trist. Sein Alltag verläuft nach einem streng routinierten Ablauf an dessen Ende der Protagonist stets eine Konserve “Irgendwas” zum Abendessen vernascht – So viel zum Thema Englische Küche – und auch ansonten hat er weder Familie noch Freunde, die ihm ein wenig Abwechslung verschaffen könnten.

Doch plötzlich kommt es zu einer Veränderung in Mr Mays Leben. Der Chef der Stadtverwaltung verkündet ihm, dass seine Stelle wegrationalsiert werden soll. Er sei einfach zu langsam und zu teuer. Für seinen letzten Fall bekommt er jedoch noch drei Tage Zeit. Aber ausgerechnet dieser letzte Fall ist etwas Besonderes. Es handelt sich um Billy Stoke, einen Nachbar der Hauptfigur. Die Beiden haben sich allerdings nie kennengelernt. Beim Versuch die Hinterbliebenen des Toten aufzuspüren findet John heraus, dass sein letzter Auftrag wohl ein ziemlich  außergewöhnlicher, sowie merkwürdiger  Mann gewesen sein muss. Während der Funeral Officer den Spuren von William “Billy” Stoke folgt, kommt plötzlich Farbe in sein Leben. Nachdem ihm mit der letzten von ihm organisierten Beisetzung sein Meisterstück gelungen ist, endet der Film gleichermaßen traurig und schön.

 

Mr May und das Flüstern der Ewigkeit ist gestern in den deutschen Kinos gestartet und ich muss wirklich sagen, dass ich beim Verlassen des Kinos total aus dem Häusschen und zu Tode gerührt war. Glücklichweise kann ich euch also gleich mit meiner ersten Kritik eine echte Kinoperle präsentieren. Eins vorweg: Es gibt wirklich viele Kriterien, die diesen Streifen so fantastisch machen.  Alleine schon Eddie Marsans einzigartiges Spiel gepaart mit seiner Präsenz auf der Leinwand sind für seine erste große Hauptrolle eine echte Sensation. Obwohl die Erzählweise des Films – natürlich absichtlicherweise – eher ruhig ist, wecken die Bilder stets intensive Gefühle und man fühlt von Anfang an mit der Hauptfigur mit. Alles in allem Grandios inzeniert von Regisseur Uberto Pasolini. Dazu kommt noch der sehr trockene britische Humor, der einem den Kinobesuch zwischendurch versüßt und dem Film ein bisschen die Schwere nimmt. Wenn der stocksteife Mr. May mit zwei Obdachlosen die Flasche teilt, wird auch in der hintersten Ecke des Kinosaals geschmunzelt. Hört sich jetzt nicht witzig an, ist aber so :P

Natürlich ist auch die Story herzerwärmend. Vorallem auch weil es einem ja selbst passieren kann, dass man auf einmal total alleine und verlassen stirbt. Die Leute werden immer älter und kriegen weniger Kinder. Man hat ein bisschen wenig Verwandschaft, gründet keine eigene Familie oder/und verstreitet sich mit seinen Freunden und schwuppsdiwupps ist man mutterseelen alleine. Anschließend wird man vielleicht noch von den eigenen Katzen gefressen. Schreckliche Vorstellung. Tja, und dann ist der Gedanke doch ganz tröstlich, dass es da jemanden gibt der sich aufopfernd um die Verstorbenen kümmert, die niemanden mehr haben.

Mr. May und das Flüstern der Ewigkeit ist ein wirklich rührender Film und wird besonders denen unter euch gefallen, die das ein bisschen andere Kino mögen.

Bildquelle: Facebook.com/MisterMayFilm

Liebe Kino-Fans,

Blogs und andere Portale zum Thema Kinofilme gibt es in der Tat schon mehr als genug.  Und auch, wenn im Angesicht einer gigantischen Konkurrenz meine Erfolgsausichten mit diesem Projekt kleiner sind als die Chance beim ersten Versuch den Lüftungsschacht des Todessterns zu treffen, möchte ich den Versuch trotzdem gerne wagen.

In den nächsten Wochen und Monaten werde ich also diverse Kinofilme rezensieren und Neustarts vorstellen. Da ich bisher komplett alleine arbeite, werden erstmal nur Artikel über vereinzelte Filme erscheinen. Allerdings natürlich über die Interessanntesten. Die aktuellen Kinoperlen eben.

Ich freue mich selbstverständlich über euer Feedback zu meinem Blog (,falls es tatsächlich jemanden gibt, der ihn liest :P) und hoffe, dass euch meine zukünftigen Artikel gefallen.

In diesem Sinne

Peace